
Der Kaiserstuhl und seine Böden
Neben dem Klima sind es die Böden, die den Charakter des Kaiserstuhls prägen, seine Natur und seine Weine.
Der Rheingraben ist eine geologische Spreizungszone, an der Europa in erdgeschichtlichen Zeiträumen langsam in die Breite wächst. Immer wieder entstehen dabei Vulkangebiete, wie etwa die Eifel oder, vor etwa 15 Millionen Jahren, der Kaiserstuhl. Die feuerspeienden Berge sind längst erloschen und zum großen Teil abgetragen, aber das verwitterte Vulkangestein hat reiche, fruchtbare Böden hervorgebracht.
In der letzten Eiszeit, vor 10000 bis 70000 Jahren, kam ein weiteres Geschenk der Natur hinzu. Aus den Steppen der Rheinebene und den Endmoränen der Gletscher wirbelte der stetige Wind feinen Staub auf, der sich als Löß auf den vulkanischen Hängen des Kaiserstuhls in meterdicken Schichten ablagerte. So entstand ein Mosaik aus zwei fruchtbaren, für den Weinbau idealen Bodenarten, das heute Landschaft und Vegetation dieser Region prägt. Mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften fördern sie den Charakter der Weine auf unterschiedliche Weise.
Vulkanböden sind basisch und leicht erwärmbar, man kann hier Spitzenqualitäten erzeugen. Die Weine sind extraktreich und mineralisch im Geschmack. Hier gedeihen kräftige Weine, wie Spätburgunder, Grauburgunder, Riesling, Gewürztraminer und Silvaner. Lößböden sind sehr fruchtbare Allroundböden, auf denen sämtliche Sorten gut gedeihen. Die Weine werden hier besonders fruchtig.
